Hanau 1933 - 1945
Hanau gedenkt der Opfer des 19. März
Durch einen alliierten Fliegerangriff wurde Hanau am 19. März 1945 in Schutt und Asche gelegt. Nur 20 Minuten dauerte der Nachtangriff, der die historische Innenstadt auslöschte und über 1000 Menschen das Leben kostete. Den Jahrestag dieser Zerstörung nimmt die Stadt Hanau zum Anlass, mit einer Vielzahl von Veranstaltungen der Opfer dieses verheerenden Angriffs zu gedenken. Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck laden die Hanauer Bürgerschaft zur Teilnahme an dem Veranstaltungsreigen ein.
Gesamtprogramm 2025
Hanau in den Jahren 1933-1945
Nur 20 Minuten dauerte der Nachtangriff der Royal Air Force, der die jahrhundertealte Innenstadt Hanaus in eine Trümmerwüste verwandelte und über 2.000 Menschen das Leben kostete. 9 Tage später, am 28. März 1945, marschierte die US-Army in Hanau ein und ordnete das Leben in der Stadt neu.
Hanau vor den Zerstörungen
Auf dem Luftbild der Hanauer Innenstadt aus dem Jahr 1928 ist im Vordergrund die Wallonisch-Niederländischen Kirche und in der Bildmitte der Marktplatz zu sehen. Im Hintergrund ist der heutige Freiheitsplatz zu erkennen.
Hanau im Nationalsozialismus
Es folgte die Verfolgung politischer Gegner, erste Angriffe auf Jüdinnen und Juden und die "Gleichschaltung" großer gesellschaftlicher Bereiche, wie z.B. Zeitungen, Vereine, Wirtschaftsorganisationen und Gewerkschaften.
In Hanau begannen mit dem 1. Mai 1933 die großen inszenierten Aufmärsche der Nationalsozialisten.
Kriegsvorbereitungen
Dachböden sollten entrümpelt werden, um Brandbomben keine unnötige Nahrung zu bieten.
Ab 1935 wurden in öffentlichen Gebäuden Luftschutzkeller eingerichtet. Kellerdecken wurden abgestützt, Splitterschutz an Kellerfenstern und Eingängen installiert und Durchbrüche zwischen den Kellern als mögliche Fluchtwege geschaffen.
Der Krieg beginnt
Mit Beginn des Westfeldzuges 1940 wurden Gebäude in Lazarette umgewandelt, so z.B. die Hohe Landesschule und die Stadthalle.
Durch den Krieg fehlten Arbeitskräfte in den Betrieben. So wurde auch in Hanau auf Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter zurückgegriffen. Eine Aufstellung aus dem Jahr 1942 weist 24 Arbeitslager im Stadtgebiet von Hanau, vier in Großauheim und eines in Wolfgang aus. Auch in Klein-Auheim und Steinheim befanden sich Kriegsgefangenen- und Zivilarbeitslager.
Eine Auflistung der Fremd- und Zwangsarbeiter zählt 10.009 Namen, davon entfielen 6.340 auf das damalige Hanau.
Der Luftkrieg erreicht Hanau
Die ersten Bomben trafen die Stadt 1941. In den frühen Morgenstunden des 24. Juli 1941 wurde ein Haus in der damaligen Adolf-Hitler-Straße, der heutigen Gustav-Hoch-Straße, durch Bomben beschädigt. In Folge der Angriffe auf Frankfurt gab es auch weitere Bombenschäden in Kesselstadt, Großauheim und Wolfgang.
Der erste große Bombenschaden mit Todesopfer war am 2. April 1942 in der Hauptbahnhofstraße, heute Willy-Brandt-Straße, zu verzeichnen.
Insgesamt wurden über 40 Luftangriffe auf Hanau und Umgebung von der Royal Air Force (nachts) und der US Army Air Force (tagsüber) geflogen. Die verheerendsten fanden im Dezember 1944, Januar 1945 und schließlich am 19. März 1945 statt.
Hanau war am Ende des Zweiten Weltkriegs eine der am meist zerstörten Städte Deutschlands. An Luftkriegsopfern wurden über 2.500 Menschen gezählt.